BIGhub präsentiert sich als Europas erster Accelerator für den Online-Vertrieb. Das Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Produkte auf den größten europäischen Marktplätzen hervorzuheben. „Um den Online-Vertrieb anzukurbeln, reicht es nicht aus, Produkte einfach nur ins Internet zu stellen“, erklärt Rúben Lamy, CEO und Gründer des Unternehmens.
Der Ursprung des Problems
Die Reise begann 2020 in Spanien mit der Marke „Big Sales“, die Unternehmen beim Aufbau von Online-Shops unterstützte. Dort wurden die Hindernisse der Branche deutlich: Die großen Marktplätze haben Schwierigkeiten, eng mit den Verkäufern zusammenzuarbeiten, insbesondere mit den kleineren, und der Integrationsprozess ist langwierig. Der Verkäufer registriert sich und wartet Monate, bis er verkaufen kann, wobei er oft auf spezialisierte Programmierer angewiesen ist.
Rúben Lamy nennt ein konkretes Beispiel: „Um bei FNAC in Frankreich Fuß zu fassen, mussten wir ein Jahr lang darauf warten, dass sie unsere Registrierung akzeptierten. Sie haben erst zugestimmt, als wir dort ein Team aufgebaut hatten.“
So funktioniert die Plattform
BIGhub integriert verschiedene Marktplätze in ein einziges technologisches System. Im ersten Monat erfolgt die Integration unverbindlich: Die Marke vereinbart einen Termin, und der Programmierer von BIGhub stellt die Produkte gleichzeitig auf mehreren Marktplätzen online.
Der Prozess verläuft auf zwei Wegen. Wenn das Produkt bereits auf dem Marktplatz vorhanden ist, wird es automatisch über die API eingespielt. Ist dies nicht der Fall, wird es an das Katalogteam weitergeleitet, das es als neues Produkt einpflegt – ein Vorgang, der etwa vier Wochen dauert. Das Unternehmen übernimmt die Kosten, wenn der Prozess länger dauert, und die monatliche Gebühr wird erst nach dem ersten Verkauf in Rechnung gestellt.
Zwei Geschäftsmodelle und BIGcash
BIGhub unterscheidet zwischen der Integration von Produkten in Marktplätze und der Finanzierung der Produkte innerhalb dieser Marktplätze. Mit dem Einstieg des Fonds BlueCrow Capital wurde BIGcash ins Leben gerufen, eine Software, die dem Verkäufer den Verkaufserlös noch am selben Tag vorstreckt, anstatt der üblichen Wartezeit von 45 Tagen. BIGhub erhält anschließend den von den Marktplätzen geschuldeten Betrag und erhebt für den Vorschuss eine zusätzliche Provision.
Der Online-Verkauf wird immer schwieriger und teurer. Man braucht Kapital, um durchzuhalten, bis die Marktplätze die Zahlungen leisten. Wir bieten die Lösung dafür. Wir sind der einzige Anbieter in Europa, der dies tut.
Rúben Lamy, Geschäftsführer von BIGhub
Innerhalb von vier Jahren stieg der Umsatz von 150.000 Euro auf fünf Millionen Euro. Das nächste Ziel ist es, die Zehn-Millionen-Marke zu erreichen.
Aktueller Stand und größte Herausforderung
Das Unternehmen ist auf mehr als 40 Marktplätzen in Europa vertreten, mit drei Millionen Produkten und 500 aktiven Verkäufern. Die größte Herausforderung ist technischer Natur: Jeder Marktplatz verfügt über ein eigenes System, was eine Anpassung der Software und die Aktualisierung von Millionen von Produkten in Echtzeit erforderlich macht.
Künstliche Intelligenz und akademische Partnerschaften
Die KI wird vor allem zur Erstellung von Produktbeschreibungen in verschiedenen Sprachen eingesetzt, insbesondere auf Deutsch. Parallel dazu entwickelt BIGhub gemeinsam mit zwei Universitäten Lösungen: mit der Universität Évora zur Verbesserung der Qualität der Übersetzungen von Fachbegriffen und mit der Universität Faro zur Entwicklung einer KI für die automatisierte Unterstützung, die die Kommunikation mit den Marktplätzen rund um die Uhr verwalten kann.
Strategie und nächste Schritte
Deutschland und Frankreich sind die Märkte mit der größten Akzeptanz, wobei Deutschland bei den Marktplätzen den ersten Platz bei den Verkaufszahlen einnimmt und die Technologie die meistverkaufte Produktreihe ist. In Portugal ist BIGhub bei Worten und Fnac vertreten; in Spanien bei Carrefour. Amazon wird als letzter Marktplatz integriert, um zu vermeiden, dass sich das Team ausschließlich auf den weltweit größten Anbieter konzentriert.
Das Unternehmen investiert nicht in eigenes Marketing, da es der Ansicht ist, dass die Marktplätze diese Aufgabe bereits übernehmen. Die Priorität für das kommende Jahr ist es, die Marke von 100 Marktplätzen in Europa zu erreichen. Die größten Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Landwirtschaft und Heimwerkerbedarf, wobei der Fokus auf Anbietern liegt, die im digitalen Bereich noch wenig vertreten sind, wie beispielsweise stationäre Geschäfte und Marken ohne Online-Katalog.
Unser Ziel ist es, einen täglichen Umsatz von 150.000 Euro im Dienstleistungsbereich zu erreichen. In fünf Jahren wollen wir auf allen Marktplätzen Europas vertreten sein und täglich zwischen 3.000 und 4.000 Bestellungen abwickeln.
Rúben Lamy, Geschäftsführer von BIGhub
Fazit
Technologische Integration und sofortige Liquidität sind die beiden Faktoren, mit denen sich BIGhub von der Konkurrenz abheben möchte. Mit 80 % des Teams im Homeoffice und einer Präsenz auf mehr als 40 Marktplätzen will das Unternehmen diese Reichweite verdoppeln und sich als Umsatzbeschleuniger auf europäischer Ebene etablieren.
























